Eine Herbstwanderung im Hohen Fläming rund um Belzig

Mit S-Bahn und Regionalexpress in weniger als einer Stunde aus dem Zentrum Berlins nach Bad Belzig. Durch die Stadt hinaus in den Hohen Fläming. Zur alten Eiche am Fusse des Apfelbergs bei Hagelberg. Nach Klein Glien, die Lindenallee zum Weinberg, durch die Wälder zurück nach Belzig mit Neu-Entdeckung einer besonderen Verbundenheit zweier Buchen. Einkehr in der Brauerei. Zurück mit dem Zug nach Berlin. 17 km, fünf in Herbstfarben leuchtende Stunden.



Belzig und die Burg Eisenhardt

Vom Bahnhof Belzig die Bahnhofstraße zur Burg Eisenhardt, der wohl größten Höhenfestung Norddeutschlands, im Jahr 997 erstmals urkundlich erwähnt.
Hier geht es zur Webseite der Burg Eisenhardt

Burg Eisenhardt

Schöne Linden und ein abgestützter Spitzahorn im Burghof. Im Hintergrund der Bergfried. Die alte und große, mehrhundertjährige Winter-Linde (Tilia cordata) mit über 7 m Umfang im Burghof wurde im Jahr 1996 abgetragen. Eine Zeit lang stand noch ihr 3 m hoher Torso, der inzwischen auch verschwunden ist. Eine junge Linde nahe der westlichen Burghofsmauer zeigt noch ihren alten Standort an, Sie wurde im Jahr 2000 in den hohlen Torso der alten Linde gepflanzt..

Burglinden Burglinden

Unterhalb der Mauer entlang zu einer als Naturdenkmal ausgewiesenen Platane (Platanus × hispanica), mit 3,94 m Umfang in Brusthöhe nicht außergewöhnlich stark, aber sehr hoch gewachsen. Lindenreihe entlang des Belziger Bachs und etwas oberhalb am Hang eine sehr alte Linde, die verbliebene älteste LInde an der Burg. Vor der Burg und am Friedhof gab es vor langer Zeit einmal zwei alte Lutherlinden, die heute ebenfalls nicht mehr vorhanden sind.

Alte Linde Burg Belzig Platane Burg Belzig

Dann linkerhand Lindenallee Richtung Stadt und weitere Lindenreihe am Kämmererweg mit älterer beuliger Linde. Von hier nicht in die Altstadt sondern gen Westen und fix aus der Stadt hinaus zum Wanderweg nach Hagelberg.

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Zur alten Eiche am Apfelberg bei Hagelberg

Anfangs am Weg starke hochgewachsene Roteichen (Quercus rubra), vor langer Zeit hier gepflanzt, dann den Berg hinauf, vorbei an dern Franzosenbuchen und einigen Lärchenbeständen mit einzelnen stärkeren Exmplaren. Ein durchaus abwechslungsreicher Weg mit Waldrändern und offenen Wiesen. Neben den bereits erwähnten, jetzt im Spätherbst in der Sonne und vor dem strahlend blauen Himmel wunder- und prachtvoll gelb leuchtenden Lärchen (Larix decidua), einzelne Eichenüberhälter und Buchenbestände, die noch herrlich gelb-golden den Spätherbst genießen lassen. Daneben schon eher winterliche jüngere Roteichenbestände in denen sich der leichte Schnefall des letzten Tages und der Raureif der Nacht noch bis in den Vormittag gehalten haben.

Wanderweg Belzig - Hagelberg
Lärchenbestand am Weg Belzig - Havelberg

Vor Hagelberg dann linkerhand gen Süden die Hänge des "Apfelbergs", gesäumt von Streuobstbeständen, Abfelbäumen (Malus domestica) und Süßkirschen (Prunus avium). Eine schöne Apfelbaumallee mit alten Exemplaren befindet sich auch am weiteren Weg nach Hagelberg, den wir aber heute rechts liegen lassen

Streuobstwiesen Apfelberg bei Hagelberg

Über die Pfade der hier im Hof "" ansässigen Waldschule geht es hinunter zum Hangfuß durch einen schönen Altbuchenbestand zum Hauptziel unserer Wanderung, der Eiche am Apfelberg bei Hagelberg. Sie hat es sich am sonnigen und warmen Waldrand über die letzten 200-250 Jahre bequem gemacht und ihre Krone und ihre knorrigen Äste weit ausladend und bis auf den Boden reichend den Bestandsrand entlang ausgebreitet. Möglicherweise sind zwei Eichen dicht nebeneinander er- und zusammmen-gewachsen.

Alte Buchen am Apfelberg
Alte EIche am Apfekberg bei Hagelberg Alte EIche am Apfekberg bei Hagelberg

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In und um Klein Glien

Von der Eiche gibt es die Möglichkeit zurück auf die Höhe und über Hagelberg hinunter nach Klein Glien zu wandern, oder aber direkt über die Felder zur Straße Belzig-Wiesenburg und auf dem Radweg zum Ort. Im Ort das alte Gutshaus, jetzt Hotel und Restaurant, schräg gegenüber die Kirche mit der als Naturdenkmal geschützten Winter-Linde am Eingang zum Kirchhof an der Dorfstraße.

Winterlinde Kirche Klein Glien

Direkt gegenüber dem Gutshaus zweigt der Weg zum alten Weinberg ab, einer Erhebung wenige hundert Meter südlich des Ortes. Bis 1945 bestand sich dort das Erbbegräbnis der Gutsbesitzer von Tschirschky. Es wurde 1945 zerstört und nur noch Reste sind heute zu finden. Bemerkens- und sehenswert für Baumfreunde die dichte und geschlossene Lindenallee zum Weinberg, in der sich einige stattliche Exemplare der Silber-Linde (Tilia tomentosa) entdecken lassen. Auf dem Weinberg selbst eine Eiche an den steinernen Resten der Grabsteine, eine Buche an der Westspitze und, besonders schön und beeindruckend, die Reste einer durchgewachsenen Hainbuchenhecke (Carpinus betulus) am Südrand des Weinbergs.

Lindenallee Klein Glien Hainbuchen Weinberg Klein Glien

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Zurück nach Belzig und eine Verbundenheit

Von der Allee zum Weinberg zweigt ein Weg zurück nach Belzig ab, über die Straße Klein Glien - Borne geht es nach wenigen Metern in den Wald. Der Weg führt meist durch den Wald, aber auch an Lichtungen und Waldrändern entlang. Er verläuft nicht immer geradlinig ist aber sehr gut ausgeschildert, gepflegt und gut begehbar. Auch hier lassen sich wunderschöne Waldbilder erleben, alte Eichen und Buchen, sowie im Herbst leuchtende Lärchenbestände.

Wanderweg von Klein Glien nach Belzig
Wanderweg von Klein Glien nach Belzig
Wanderweg von Klein Glien nach Belzig

Als besonderes Highlight unweit des Weges zwei Buchen (Fagus sylvatica), die über eine fest verwachsene Astbrücke miteinander verbunden sind, eine sogenannte Reck-Buche. Bei einer echten Verwachsung findet über die Astbrücke durch Saftfluss über verbundenen Leitbahnen auch ein Austausch von Flüssigkeit uns Nährstoffen statt, der eine Baum ernährt den anderen. Ist dies nicht der Fall würde der vebindende Ast rasch absterben und vermorschen. Eine besondere Form dieser Verbindung sind "zweibeinige" Bäume, wobei zwei Stämme sich vereinigen und in einen gemeinsamen Stamm mit gemeinsamer Krone münden. Besonders häufug findet man diese Erscheinung tatsächlich bei Buchen und Hainbuchen, aber durchaus auch bei Eichen und Kiefern.

Reck-Buche bei Belzig
Reck-Buche bei Belzig

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